Freitag, 25. März 2011

Grüne Gedanken

Ich bin für den sofortigen Atomausstieg!
Wieso ich dennoch die Verlängerung mit beschloss?
Das ging damals eben nicht anders.
Wieso Jürgen Trittin als grüner Umweltminister unsere Ziele nicht verfolgte?
Der ist halt immer schon so komisch gewesen.
Da kann man nichts machen. Diesmal wird es aber besser. Ganz ehrlich!

Ich bin gegen zu viel Autoverkehr!
Die Leute sollten häufiger mit der Bahn fahren.
Neue Gleise in meiner Umgebung?
Dagegen protestiere ich.
Ein neuer Bahnhof gleich bei mir um die Ecke?
Dagegen protestiere ich!

Ich bin für Bildungsgerechtigkeit!
Ich setze mich für Einheitsschulen ein.
Alle Kinder sollten die gleichen Möglichkeiten erhalten.
Alle Kinder sind gleich.
Meine Kinder sind sogar noch gleicher.
Deswegen schicke ich sie grundsätzlich auf Gymnasien und Privatschulen!

Ich bin für ein europäisches Energienetz!
Den Bau von Überlandleitungen in Süddeutschland verhindere ich dennoch.
Sollen die Leitungen doch unter der Erde verlegt werden!
Dass dies viel teurer ist, interessiert mich nicht.
Gutes hat eben seinen Preis.
Zahlen muss ich das ja eh nicht, sondern nur der Rest der Republik!

Ich bin für eine friedliche Gesellschaft!
Abschiebung von ausländischen kriminellen Wiederholungstätern?
Menschenverachtend.
Sie hatten doch eine schwere Kindheit.
Sie können doch nichts dafür.
Wir brauchen mehr Verständnis für die Täter!

Ich bin für die Gleichberechtigung von Frau und Mann!
Frauen müssen die gleichen Rechte und Chancen haben wie Männer.
Gewalttätige Väter, Söhne und Brüder in die Schranken weisen?
Überall darf man sich nun auch nicht einmischen.
Schließlich bin ich tolerant gegenüber kulturellen Eigenheiten.
Multikulti ist Bereicherung!

Ich bin für die Integration!
Die deutsche Sprache lernen? 
Kein Muss.
Jeder soll so leben wie er will.
Erdogan in seine Schranken weisen? Nicht doch.
„Ich liebe die Türkei und ihre Konflikte!“

Ich bin für Ökostrom!
Aber müssen es gleich Pumpspeicherkraftwerke sein?
Sie sind doch groß, laut und verschandeln die Umwelt.
Der Umweltschutz geht vor!
Und deswegen protestier ich dagegen!
Weil ich die Umwelt schützen will!

Ich bin für regenerative Energien!
Der Umwelt zuliebe.
Protestiere aber gegen den Bau von Windrädern.
Sie sind so laut und verschandeln die Umwelt.
Auch die mitten im Wasser. Denkt denn keiner an die Fische?
Du nennst das widersprüchlich? Nein, das ist nur kritisch, konsequent und grün!

Ich bin für Solarenergie!
Deswegen habe ich nichts gegen Parteispenden von Solarzellenherstellern.
Es ist für die gute Sache. Da darf man Gelder annehmen.
Die Solarzellenherstellung ist umweltschädlich? Atomstrom auch.
Die Subventionen fließen zur Hälfte in chinesische Unternehmen?
Das macht mir alles nichts. Es ist ja für eine gute Sache!

Ich bin für weniger Kriminalität!
Härtere Strafen?
Halte ich für falsch.
Mehr Opferschutz?
Der Täter ist doch auch ein Opfer.
Die Gesellschaft ist schuld. Bestrafen wir also sie!

Ich bin grün.
Mein Gewissen ist rein.
Egal was ich tu‘, egal welche Fehler ich begeh‘: Ich darf das.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Es ist für eine gute Sache.
Ich bin der einzige, dem ihr Vertrauen könnt.
Alle anderen lügen und betrügen. Nur ich nicht.
Ich mache ehrliche Politik. Konsequent. Ohne Widersprüche.
Ich werde die Umwelt retten.
Ich werde euch ins Utopia führen.
Wer mich wählt, wählt das gute Gewissen.
Wer mich wählt, befreit sich von jeglicher Verantwortung.
Wer mich wählt, tut Buße.
Wer mich wählt, wählt die Moral. Die absolute und universelle.
Denn ich bin unfehlbar.
Kritisches Denken finde ich aber auch total wichtig!

Grüne sind das Gute.
Und wenn das Gute mal nicht das Grüne sein will?
Dann ist das Gute das Böse.
Denn Grüne sind immer im Recht!

Montag, 7. März 2011

LHG begrüßt Deutschlandstipendium

Die Liberale Hochschulgruppe Bielefeld weist den Vorwurf des allgemeinen Studierendenausschusses zurück. „Statt sich über das Deutschlandstipendium und die daraus folgende finanzielle Unterstützung von Studierenden zu freuen, wird das System von vorneherein verteufelt“, so Roga Sahba Afradi, Vorsitzende der LHG Bielefeld. Auch der Vorwurf fremder Einflüsse auf die Unis sei nur unnötige Panikmache.
Vielmehr lobt die Studentin die Möglichkeiten des Stipendiensystems. Die Studierenden würden die Chance erhalten für ihre Leistung belohnt zu werden und das unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund. Für Afradi steht fest: „Wir freuen uns über jedes Unternehmen, das seiner sozialen Verantwortung durch das Deutschlandstipendium gerecht wird.“

Samstag, 26. Februar 2011

Inhaltliche Öffnung statt Quotendiskussion

Vor wenigen Tagen forderten mehrere liberale Parteikolleginnen die Einführung einer Frauenquote in der FDP. Unabhängig davon, ob man für oder gegen Quotenregelungen ist, so ist doch die Reaktion vieler männlicher, aber auch weiblicher Parteikollegen verwunderlich.
Statt sich einer sachlichen Diskussion hinzugeben und sich selbstkritisch die Frage zu stellen, wieso es so wenig Frauen in der FDP gibt und wie man die Zahl der weiblichen Mitglieder erhöhen kann, schlägt die Stimmung in ein eher unliberales Verhalten um. Plötzlich werden viele liberale Politikerinnen zur Zielscheibe von Spott und Häme. Ein Großteil der FDP-Politikerinnen – so scheint es – ist nur aufgrund von Äußerlichkeiten in den Parlamenten vertreten. Und wenn es nicht das Äußere ist, dann sind sie über die informellen Quoten aufgestiegen. Anhand der vielen Diskussionen auf Plattformen wie Facebook wird deutlich, dass diese Denkweise keine Seltenheit ist. Anstatt sich mit dem Thema auseinander zu setzen, werden die Diskussionen mit Forderungen nach Müllmännerquoten ins Lächerliche gezogen. Zudem melden sich immer mehr weibliche Mitglieder, die Angriffe dieser Art ertragen müssen. Vor allem die Frauen, die sich für die Frauenförderung – ohne Quoten! – einsetzen, ernten von den männlichen Kollegen absolutes Unverständnis oder werden verhöhnt. Die Tatsache, dass wir eine besonders männerdominierte Partei sind, scheint sie nicht zu interessieren bzw. wird nicht als Nachteil wahrgenommen. Im Gegenteil – man(n) ist ganz glücklich über die aktuelle Situation und verfällt in Altherrenchauvinismus. Doch ist es das, was die FDP will? Sollten wir nicht die Vielfalt in unserer Partei fördern? Oder ist es etwa unser Ziel, eine homogene Masse zu bilden?
Nun können wir selbstverständlich die Quotendiskussion ignorieren und Anträge dazu abschmettern. Doch sollten wir auch die Tatsache ignorieren, dass die FDP für Frauen scheinbar nicht attraktiv genug ist? Wäre an dieser Stelle nicht etwas mehr Selbstkritik angebracht? Es wird Zeit, dass die FDP sich überlegt, wie sie Frauen für die liberale Sache gewinnen will. Natürlich lässt sich der Frauenmangel mit einer Quote kaum beheben. Wo keine Frauen sind, können auch Quoten keine herbeizaubern. Aber es gibt mehr als nur die Methode der Quoten (zur Quoten-Diskussion: Frauenquote). Stattdessen könnte man sich etwa im Rahmen des neuen Grundsatzprogramms verstärkt mit Themen wie z. B. der Vereinbarkeit von Beruf und Familie befassen. Schließlich ist genau das eine der Herausforderungen, denen sich besonders junge Frauen – und natürlich auch Männer - immer häufiger stellen müssen. Das Befassen auch mit denjenigen Themen, die gerade für Frauen von Bedeutung sind, könnte eine sehr viel effizientere Methode zum Gewinnen von Frauen sein als eine brachiale und vor allem unliberale Quote.
Welche Methode sie jedoch auch immer wählt: Eine Partei, die sich den Liberalismus auf die Fahnen schreibt, sollte fähig sein, Frauen wie Männer für sich zu gewinnen.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Leitkultur ? Sabbel di doot.

Es ist erstaunlich, was die CSU unter Integration versteht. Plötzlich soll den Menschen mit Migrationshintergrund die deutsche Leitkultur nah gebracht werden. Da spricht so mancher CSUler von einer christlich-jüdischen Tradition – korrekt müsste es heißen jüdisch-christlich Tradition – die zu Deutschland gehöre. „Die Realität ist alarmierend: Wir haben eine Million Integrationsverweigerer in Deutschland. Die Konsequenz daraus kann nicht sein, dass wir noch mehr potenzielle Integrationsverweigerer ins Land holen. Deshalb darf es in Deutschland künftig keine Zuwanderung aus Kulturkreisen geben, die unsere deutsche Leitkultur ablehnen. Diese Leitkultur ist das Christentum mit seinen jüdischen Wurzeln, geprägt von Antike, Humanismus und Aufklärung. Wer zu uns kommt, muss unsere Leitkultur respektieren. Das würden wir umgekehrt auch so machen, wenn wir in einem anderen Land leben und arbeiten würden.“ (CSU Mitteilung 16.10.2010)
Doch gehört es zur Integration dazu, sich eine deutsche Leitkultur inklusive religiöser Traditionen anzueignen? Muss nun jede Person mit Migrationshintergrund sich kulturell anpassen? Und was soll das eigentlich bedeuten? Muss man nun jeden Sonntag in die Kirche gehen oder reicht es wenn man weiterhin „Masel Tov!“ sagt? Sollte man in Bayern anfangen Trachten zu tragen und im Norden über Ausdrücke wie „spitze Steine“ stolpern? Oder passiert hier etwas ganz anderes? Möchte die CSU alle Migranten zur Religiosität (Alles bloß kein Islam!) erziehen? Liegt es daran, dass die Zahl der CSU-Mitglieder sinkt? Erhofft man sich so genügend Nachwuchs? Oder erträumt man sich eher ein paar zusätzliche Stimmen für die anstehenden Wahlen?
In der Debatte um misslungene Integration wurde schon allerhand Unsinn verbreitet. Immer wieder rutscht die Debatte ins politisch Rechte ab. Doch konkret und ergiebig wird es selten. Was erwartet man von Menschen mit Migrationshintergrund wirklich? Reicht es, wenn Menschen die Sprache beherrschen und sich an die deutschen Gesetze halten? Müssen sich nun alle Personen mit Migrationshintergrund einer (ähnlich dem Begriff Multi-Kulti unklar definierten) Leitkultur anpassen, um als voll integriert zu gelten – Schnitzel, statt Börek? Und eine ebenfalls wichtige Frage: Darf ein demokratischer Staat soweit gehen und eine religiös-kulturelle Leitkultur einfordern?
Wenn schon von einer Leitkultur gesprochen wird, sollte sie sich nicht zu sehr auf religiöse Traditionen beschränken. Religion verklärt häufig den Blick. Ein Blick in die deutsche Geschichte ist lehrreicher als jede Bibel. Wenn von historischen Erfahrungen die Rede ist, sollte die CSU an dieser Stelle ehrlicher und konkreter werden. Was hat Deutschland unter anderem geprägt? Erfahrungen des Elends von Diktatur und Krieg! Nach dem 2. Weltkrieg Demokratisierung und Denazifizierung! Mauerbau und Mauerfall. Das sind prägende historische Erfahrungen. Auch kulturell hat Deutschland mehr zu bieten als den reinen Glauben. Die CSU erwähnt zwar die Aufklärung, ignoriert aber vollkommen ihre Inhalte. Wie wäre es um unsere freie Gesellschaft bestellt, wenn sie sich größtenteils aus religiöser Überzeugung konstituieren würde? Es wird Zeit, dass wir nicht nur über Integration reden, sondern wirklich etwas tun. Und das funktioniert auch frei von religiösem Eifer.
In diesem Sinne liebe CSU:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
– Immanuel Kant – Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Verfasst von: Sahba & Henning

Dienstag, 5. Oktober 2010

LHG Bielefeld bemängelt Inkonsequenz der Universität

Die LHG Bielefeld bemängelt die Inkonsequenz der Universität bei dem Versuch die Qualität der Lehre zu verbessern. Die aktuellen Pläne um das Projekt „Zeit für Lehre“ seien die ersten Schritte in die richtige Richtung, erklärt Roga Sahba Afradi, Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe Bielefeld. Jedoch fördere die Universität die gute Lehre nicht fakultätsübergreifend.
Besonders die Fakultät für Soziologie vernachlässige konsequent gute und praxisnahe Lehre. „Die Lehre im Fachbereich Global Governance entspricht genau den geforderten Ansprüchen von Interdisziplinarität und Praxisnähe. Nichtsdestotrotz wird dieser Fachbereich verkleinert und an der Lehre wird ebenfalls seit Jahren stark gekürzt“, so Afradi. Besonders für Studierende aus geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen sei Praxisnähe unentbehrlich. „Wie sollen gute Dozenten an die Universität gebunden werden, wenn es für ihre Arbeit keine Anerkennung oder gar Förderung gibt?“ Für die Studentin steht fest: „Wir Studierende haben nichts davon, wenn die Uni medienwirksam für bessere Lehre wirbt, aber bedeutende Fachbereiche vernachlässigt. Hier muss von Seiten des Rektorats dringend nachgebessert werden.“

Montag, 28. Juni 2010

Liberale lehnen Migrantenquote ab

Die Liberalen kritisieren den Vorschlag von Emir Ali Sag, dem Geschäftsführer des Integrationsrates, eine Migrantenquote in der Verwaltung einzuführen. “Diese Haltung zeugt von einem seltsamen Verständnis von Integration“, äußerte sich Roga Sahba Afradi, stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Bielefeld. Die Quote sei keine wirkliche Hilfe, sondern nur eine Scheinlösung. „Die Migranten werden in die Position des hilfsbedürftigen Opfers gedrängt“, kritisiert Afradi. Diese Opferrolle helfe aber nicht bei der Integration, sondern verhindere sie vielmehr.
„Solche Quoten diskriminieren Deutsche wie Migranten gleichermaßen“, bemängelt auch Florian Sander, FDP-Ratsmitglied und Mitglied des Integrationsrates. Gute Integrationspolitik hingegen setze auf Aufklärung und Vermittlung deutscher Sprachkompetenz. Sander: “Darin sehen wir einen Schwerpunkt unserer weiteren sozial- und jugendpolitischen Arbeit im Rat.”

Donnerstag, 13. Mai 2010

Vorwärts GenossInnen! – Die Frauenquote als Mittel zur Diskriminierung

Die Gleichberechtigung ist wunderbar! Unser Grundgesetz hat dies erkannt und die Förderung sowie die Durchsetzung der Gleichberechtigung zur Aufgabe des Staates gemacht. Doch wie? Frauen haben das Recht Schulen zu besuchen, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden und alle Rechte, die auch ein Mann hat. Da fragt man sich als junger Mensch häufig: Wo ist das Problem? Es gibt an vielen Stellen Zweifel an der Existenz von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Studien zeigen, dass Frauen durchschnittlich mehr als 20 % weniger Gehalt erhalten als ihre männlichen Kollegen, häufiger den Haushalt übernehmen und eher bereit sind ihre Karriere für die Kinder zu opfern als Männer. Doch sind diese durchaus realen Gegebenheiten ein Beweis für fehlende Gleichberechtigung? Kann man ernsthaft den Männern die Schuld daran geben, dass so manche Frau ihre Zeit lieber mit ihren Kindern im Park verbringt, als in langen Meetings über immer die immer gleichen Themen zu diskutieren? Ist es richtig die Männer zu verurteilen, weil sie vielfach ein ausgeprägteres Karrierebewusstsein besitzen?
Doch statt über den freien Willen von Mann und Frau zu philosophieren, widmet man sich in der Politik eher Reformen. Frauen müssen gefördert werden! Dieses hehre Ziel führt dazu, dass die politischen und moralischen Köpfe in ihrem Eifer meinen, schnellstmöglich Lösungen an den Tag bringen zu müssen. Das Resultat sind – wie so oft – Gesetze und Regelungen, die weit in das Leben der Menschen eingreifen. Das bekannteste Beispiel für den politischen erzwungenen Handlungsbedarf sind Quoten. Eine Quote – z. B. die Frauenquote – soll die gewünschte bzw. für angemessen empfundene Vertretung einer Teilgruppe in einer Gruppe bewirken.
Doch was bringt uns eine Frauenquote? Als Frau könnte man nun sagen: „Toll, ich werde bevorzugt!“ und sich darüber freuen, dass man in höhere Positionen gehievt wird. Doch langfristig braucht jeder Mensch Anerkennung für seine Leistung. Der Aufstieg in eine Position sollte diese Anerkennung leisten. Beruht er aber auf dem Geschlecht der Person, führt dies in eine Sackgasse. Denn das eigene Geschlecht ist zwar ein Merkmal, aber selten eine Eigenleistung. Wenn es jedoch zu einem Kriterium für die eigene Karriere wird, hat dies einen verzerrenden Effekt. Eine Frau kann sich plötzlich nicht mehr sicher sein, ob sie gewählt wurde, weil sie in der Vergangenheit gute Leistungen erbracht hat, oder weil sie zufällig ein X-Chromosom mehr besitzt. Die Quote entfaltet ihre erdrückende Wirkung. Frauen, die die Karriereleiter erklimmen, werden plötzlich als Quotenfrauen wahrgenommen und nicht als das, was sie vielleicht sind: kompetente Kollegen. Das schafft unnötigen Neid und Frustration. Gleichzeitig führt die Quote dazu, dass in vielen Organisationen Frauen auf Positionen gesetzt werden, für die sie noch nicht ausreichend qualifiziert sind. Und dies nur, damit die Unternehmen – wie auch insbesondere Parteien – Anschuldigungen der Frauenfeindlichkeit entgehen können. Dass diese scheinbare Frauenfreundlichkeit mehr Schaden anrichten kann, als Vorteile erbringt, wird dabei vollkommen vernachlässigt.
Doch wieso wird dennoch auf diesen Quoten beharrt? Der Grund ist simpel. Die Befürworter der Frauenquote sehen die Frauen auch heute noch in der Opferrolle. Frauen muss geholfen werden! Denn aus eigener Kraft sind sie nicht fähig das Leben im 21. Jahrhundert zu bewältigen. Das ist das Grundproblem des Ganzen. Die Frau, das Opfer. Der Mann, der Täter.
An dieser Stelle wird deutlich, dass die wahre Diskriminierung nicht durch die Männer als solches stattfindet. Vielmehr findet sie durch die Personen statt, die die Loslösung von Geschlechterrollen predigen, selber aber noch in einem Gedankengefängnis aus Klischees gefangen sind. Doch Frauen brauchen keine Quoten. Sie sind keine naturgegebenen Opfer. Mit den Quoten diskriminiert man die Frauen ebenso wie auch die Männer.
Jede Position erfordert Kompetenzen. Ein System welches diese Kompetenzen ignoriert und stattdessen nach Geschlechtsmerkmalen selektiert, ist vollkommen irrsinnig und führt nicht zu den bestmöglichen Ergebnissen. Dabei ist vollkommen irrelevant, ob das favorisierte Geschlecht männlich oder weiblich ist. Das ist auch den meisten Arbeitgebern, Wählern und Kollegen bewusst. Wieso verlassen wir uns nicht auf ihren Sachverstand, statt uns dem Allheilmittel der Quoten hinzugeben?  Besonders unsere Generation sollte sich aus den Zwängen veralteter Denkmuster befreien. Das Bild des exklusiven Gentlemen Clubs ist völlig veraltet und heute bestenfalls ein Überbleibsel elitärer Fantasien einiger Selbstdarsteller und Gernegroße.
Wir Frauen und Männer von heute sind emanzipiert genug, um auch ohne Quoten unseren Weg beschreiten zu können.
Kommentar von Sahba Afradi