Mittwoch, 20. Oktober 2010

Leitkultur ? Sabbel di doot.

Es ist erstaunlich, was die CSU unter Integration versteht. Plötzlich soll den Menschen mit Migrationshintergrund die deutsche Leitkultur nah gebracht werden. Da spricht so mancher CSUler von einer christlich-jüdischen Tradition – korrekt müsste es heißen jüdisch-christlich Tradition – die zu Deutschland gehöre. „Die Realität ist alarmierend: Wir haben eine Million Integrationsverweigerer in Deutschland. Die Konsequenz daraus kann nicht sein, dass wir noch mehr potenzielle Integrationsverweigerer ins Land holen. Deshalb darf es in Deutschland künftig keine Zuwanderung aus Kulturkreisen geben, die unsere deutsche Leitkultur ablehnen. Diese Leitkultur ist das Christentum mit seinen jüdischen Wurzeln, geprägt von Antike, Humanismus und Aufklärung. Wer zu uns kommt, muss unsere Leitkultur respektieren. Das würden wir umgekehrt auch so machen, wenn wir in einem anderen Land leben und arbeiten würden.“ (CSU Mitteilung 16.10.2010)
Doch gehört es zur Integration dazu, sich eine deutsche Leitkultur inklusive religiöser Traditionen anzueignen? Muss nun jede Person mit Migrationshintergrund sich kulturell anpassen? Und was soll das eigentlich bedeuten? Muss man nun jeden Sonntag in die Kirche gehen oder reicht es wenn man weiterhin „Masel Tov!“ sagt? Sollte man in Bayern anfangen Trachten zu tragen und im Norden über Ausdrücke wie „spitze Steine“ stolpern? Oder passiert hier etwas ganz anderes? Möchte die CSU alle Migranten zur Religiosität (Alles bloß kein Islam!) erziehen? Liegt es daran, dass die Zahl der CSU-Mitglieder sinkt? Erhofft man sich so genügend Nachwuchs? Oder erträumt man sich eher ein paar zusätzliche Stimmen für die anstehenden Wahlen?
In der Debatte um misslungene Integration wurde schon allerhand Unsinn verbreitet. Immer wieder rutscht die Debatte ins politisch Rechte ab. Doch konkret und ergiebig wird es selten. Was erwartet man von Menschen mit Migrationshintergrund wirklich? Reicht es, wenn Menschen die Sprache beherrschen und sich an die deutschen Gesetze halten? Müssen sich nun alle Personen mit Migrationshintergrund einer (ähnlich dem Begriff Multi-Kulti unklar definierten) Leitkultur anpassen, um als voll integriert zu gelten – Schnitzel, statt Börek? Und eine ebenfalls wichtige Frage: Darf ein demokratischer Staat soweit gehen und eine religiös-kulturelle Leitkultur einfordern?
Wenn schon von einer Leitkultur gesprochen wird, sollte sie sich nicht zu sehr auf religiöse Traditionen beschränken. Religion verklärt häufig den Blick. Ein Blick in die deutsche Geschichte ist lehrreicher als jede Bibel. Wenn von historischen Erfahrungen die Rede ist, sollte die CSU an dieser Stelle ehrlicher und konkreter werden. Was hat Deutschland unter anderem geprägt? Erfahrungen des Elends von Diktatur und Krieg! Nach dem 2. Weltkrieg Demokratisierung und Denazifizierung! Mauerbau und Mauerfall. Das sind prägende historische Erfahrungen. Auch kulturell hat Deutschland mehr zu bieten als den reinen Glauben. Die CSU erwähnt zwar die Aufklärung, ignoriert aber vollkommen ihre Inhalte. Wie wäre es um unsere freie Gesellschaft bestellt, wenn sie sich größtenteils aus religiöser Überzeugung konstituieren würde? Es wird Zeit, dass wir nicht nur über Integration reden, sondern wirklich etwas tun. Und das funktioniert auch frei von religiösem Eifer.
In diesem Sinne liebe CSU:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
– Immanuel Kant – Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Verfasst von: Sahba & Henning

Dienstag, 5. Oktober 2010

LHG Bielefeld bemängelt Inkonsequenz der Universität

Die LHG Bielefeld bemängelt die Inkonsequenz der Universität bei dem Versuch die Qualität der Lehre zu verbessern. Die aktuellen Pläne um das Projekt „Zeit für Lehre“ seien die ersten Schritte in die richtige Richtung, erklärt Roga Sahba Afradi, Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe Bielefeld. Jedoch fördere die Universität die gute Lehre nicht fakultätsübergreifend.
Besonders die Fakultät für Soziologie vernachlässige konsequent gute und praxisnahe Lehre. „Die Lehre im Fachbereich Global Governance entspricht genau den geforderten Ansprüchen von Interdisziplinarität und Praxisnähe. Nichtsdestotrotz wird dieser Fachbereich verkleinert und an der Lehre wird ebenfalls seit Jahren stark gekürzt“, so Afradi. Besonders für Studierende aus geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen sei Praxisnähe unentbehrlich. „Wie sollen gute Dozenten an die Universität gebunden werden, wenn es für ihre Arbeit keine Anerkennung oder gar Förderung gibt?“ Für die Studentin steht fest: „Wir Studierende haben nichts davon, wenn die Uni medienwirksam für bessere Lehre wirbt, aber bedeutende Fachbereiche vernachlässigt. Hier muss von Seiten des Rektorats dringend nachgebessert werden.“

Montag, 28. Juni 2010

Liberale lehnen Migrantenquote ab

Die Liberalen kritisieren den Vorschlag von Emir Ali Sag, dem Geschäftsführer des Integrationsrates, eine Migrantenquote in der Verwaltung einzuführen. “Diese Haltung zeugt von einem seltsamen Verständnis von Integration“, äußerte sich Roga Sahba Afradi, stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Bielefeld. Die Quote sei keine wirkliche Hilfe, sondern nur eine Scheinlösung. „Die Migranten werden in die Position des hilfsbedürftigen Opfers gedrängt“, kritisiert Afradi. Diese Opferrolle helfe aber nicht bei der Integration, sondern verhindere sie vielmehr.
„Solche Quoten diskriminieren Deutsche wie Migranten gleichermaßen“, bemängelt auch Florian Sander, FDP-Ratsmitglied und Mitglied des Integrationsrates. Gute Integrationspolitik hingegen setze auf Aufklärung und Vermittlung deutscher Sprachkompetenz. Sander: “Darin sehen wir einen Schwerpunkt unserer weiteren sozial- und jugendpolitischen Arbeit im Rat.”

Donnerstag, 13. Mai 2010

Vorwärts GenossInnen! – Die Frauenquote als Mittel zur Diskriminierung

Die Gleichberechtigung ist wunderbar! Unser Grundgesetz hat dies erkannt und die Förderung sowie die Durchsetzung der Gleichberechtigung zur Aufgabe des Staates gemacht. Doch wie? Frauen haben das Recht Schulen zu besuchen, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden und alle Rechte, die auch ein Mann hat. Da fragt man sich als junger Mensch häufig: Wo ist das Problem? Es gibt an vielen Stellen Zweifel an der Existenz von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Studien zeigen, dass Frauen durchschnittlich mehr als 20 % weniger Gehalt erhalten als ihre männlichen Kollegen, häufiger den Haushalt übernehmen und eher bereit sind ihre Karriere für die Kinder zu opfern als Männer. Doch sind diese durchaus realen Gegebenheiten ein Beweis für fehlende Gleichberechtigung? Kann man ernsthaft den Männern die Schuld daran geben, dass so manche Frau ihre Zeit lieber mit ihren Kindern im Park verbringt, als in langen Meetings über immer die immer gleichen Themen zu diskutieren? Ist es richtig die Männer zu verurteilen, weil sie vielfach ein ausgeprägteres Karrierebewusstsein besitzen?
Doch statt über den freien Willen von Mann und Frau zu philosophieren, widmet man sich in der Politik eher Reformen. Frauen müssen gefördert werden! Dieses hehre Ziel führt dazu, dass die politischen und moralischen Köpfe in ihrem Eifer meinen, schnellstmöglich Lösungen an den Tag bringen zu müssen. Das Resultat sind – wie so oft – Gesetze und Regelungen, die weit in das Leben der Menschen eingreifen. Das bekannteste Beispiel für den politischen erzwungenen Handlungsbedarf sind Quoten. Eine Quote – z. B. die Frauenquote – soll die gewünschte bzw. für angemessen empfundene Vertretung einer Teilgruppe in einer Gruppe bewirken.
Doch was bringt uns eine Frauenquote? Als Frau könnte man nun sagen: „Toll, ich werde bevorzugt!“ und sich darüber freuen, dass man in höhere Positionen gehievt wird. Doch langfristig braucht jeder Mensch Anerkennung für seine Leistung. Der Aufstieg in eine Position sollte diese Anerkennung leisten. Beruht er aber auf dem Geschlecht der Person, führt dies in eine Sackgasse. Denn das eigene Geschlecht ist zwar ein Merkmal, aber selten eine Eigenleistung. Wenn es jedoch zu einem Kriterium für die eigene Karriere wird, hat dies einen verzerrenden Effekt. Eine Frau kann sich plötzlich nicht mehr sicher sein, ob sie gewählt wurde, weil sie in der Vergangenheit gute Leistungen erbracht hat, oder weil sie zufällig ein X-Chromosom mehr besitzt. Die Quote entfaltet ihre erdrückende Wirkung. Frauen, die die Karriereleiter erklimmen, werden plötzlich als Quotenfrauen wahrgenommen und nicht als das, was sie vielleicht sind: kompetente Kollegen. Das schafft unnötigen Neid und Frustration. Gleichzeitig führt die Quote dazu, dass in vielen Organisationen Frauen auf Positionen gesetzt werden, für die sie noch nicht ausreichend qualifiziert sind. Und dies nur, damit die Unternehmen – wie auch insbesondere Parteien – Anschuldigungen der Frauenfeindlichkeit entgehen können. Dass diese scheinbare Frauenfreundlichkeit mehr Schaden anrichten kann, als Vorteile erbringt, wird dabei vollkommen vernachlässigt.
Doch wieso wird dennoch auf diesen Quoten beharrt? Der Grund ist simpel. Die Befürworter der Frauenquote sehen die Frauen auch heute noch in der Opferrolle. Frauen muss geholfen werden! Denn aus eigener Kraft sind sie nicht fähig das Leben im 21. Jahrhundert zu bewältigen. Das ist das Grundproblem des Ganzen. Die Frau, das Opfer. Der Mann, der Täter.
An dieser Stelle wird deutlich, dass die wahre Diskriminierung nicht durch die Männer als solches stattfindet. Vielmehr findet sie durch die Personen statt, die die Loslösung von Geschlechterrollen predigen, selber aber noch in einem Gedankengefängnis aus Klischees gefangen sind. Doch Frauen brauchen keine Quoten. Sie sind keine naturgegebenen Opfer. Mit den Quoten diskriminiert man die Frauen ebenso wie auch die Männer.
Jede Position erfordert Kompetenzen. Ein System welches diese Kompetenzen ignoriert und stattdessen nach Geschlechtsmerkmalen selektiert, ist vollkommen irrsinnig und führt nicht zu den bestmöglichen Ergebnissen. Dabei ist vollkommen irrelevant, ob das favorisierte Geschlecht männlich oder weiblich ist. Das ist auch den meisten Arbeitgebern, Wählern und Kollegen bewusst. Wieso verlassen wir uns nicht auf ihren Sachverstand, statt uns dem Allheilmittel der Quoten hinzugeben?  Besonders unsere Generation sollte sich aus den Zwängen veralteter Denkmuster befreien. Das Bild des exklusiven Gentlemen Clubs ist völlig veraltet und heute bestenfalls ein Überbleibsel elitärer Fantasien einiger Selbstdarsteller und Gernegroße.
Wir Frauen und Männer von heute sind emanzipiert genug, um auch ohne Quoten unseren Weg beschreiten zu können.
Kommentar von Sahba Afradi

Dienstag, 27. April 2010

10 Jahre Bologna-Prozess – LHG begrüßt den eingeschlagenen Weg

„Der europäische Hochschulraum gewinnt Konturen“, so kommentiert die Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe an der Universität Bielefeld (LHG), Sahba Afradi, die Zusammenkunft der Wissenschaftsminister anlässlich der Bologna-Jubiläumskonferenz in Budapest und Wien. Die Zusammenkunft verdeutliche, dass der Umbau der europäischen Hochschullandschaft der richtige Weg sei, zumal mit der Aufnahme von Kasachstan als 47. Mitgliedsstaat die Bologna-Familie nach exakt 10 Jahren noch weiter wachse.
Der eingeschlagene Weg muss weiter fortgesetzt werden, auch wenn noch nicht alles rosig ist. Dazu gehört selbstverständlich auch, die Bologna-Defizite zu benennen und zu beseitigen“, so die LHG-Vorsitzende abschließend. Gemeint ist damit insbesondere die Mobilität im europäischen Hochschulraum zu erhöhen, die Studierbarkeit zu verbessern, sowie Betreuung, Beratung und Finanzierbarkeit von Studierenden zu gewährleisten.

Samstag, 17. April 2010

LHG: „Menschenhass unter dem Deckmantel der Friedenspolitik“

Die Liberale Hochschulgruppe an der Uni Bielefeld ist entsetzt über den Umgang der Antifa-AG mit dem Thema Afghanistan-Einsatz. Außen an ihrem Büro hat die AG gut sichtbar ein Plakat befestigt, welches deutsche Soldaten zeigt, die einen Sarg eskortieren, was mit der Überschrift “Die Bundeswehr auf dem richtigen Weg: Schritt zur Abrüstung – wieder einer weniger.” kommentiert wird. „Wer den Tod anderer Menschen für seine eigenen Zwecke instrumentalisiert, disqualifiziert sich für jede weitere politische Auseinandersetzung“, so die LHG-Vorsitzende Roga Sahba Afradi.
Ebenso wenig wie solche Plakate sei nach Meinung der LHG hinnehmbar, wie die Antifa-AG mit Kommilitonen umgehe, die sich darüber beschweren. „Dass Studierende, die sich über das Plakat beschweren, mit Plattitüden abgebügelt werden wie etwa der, dass die Soldaten ‚selbst schuld‘ seien, zeigt die unglaubliche Ignoranz und den Menschenhass, den diese Gruppierung hier zu pflegen scheint“, so Afradi . Der Vorgang zeige auch, dass das Interesse der Antifa-AG nicht etwa im Kampf gegen Extremismus liege, sondern im Vorantreiben diverser extremistischer politischer Ziele, die selten etwas mit Kampf gegen tatsächlichen Faschismus zu tun haben. In ihrer derzeitigen Form sei die Antifa-AG deswegen nicht weiter hinnehmbar und müsse aufgelöst werden.

Montag, 12. April 2010

Aufstockung des Hochschulpakts – Wichtiger Schritt

Die anlässlich der Zusammenkunft der Bildungsminister – von Bund und Ländern zu einer gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) – vorgelegten Ergebnisse über den Hochschulpakt 2020, werden seitens der Liberale Hochschulgruppe an der Universität Bielefeld (LHG) durchaus positiv bewertet. Die Beratungen hatten zur Folge, dass das Programm, welches bis zum Jahr 2020 hunderttausend zusätzliche Studenten an die Hochschulen bringen will, um 800 Millionen Euro aufgestockt werden soll.
„Nach dem bereits laut einer ersten Zielmarke bis zum Jahr 2010 etwa 91.000 zusätzliche Studienplätze entstehen sollten, aber tatsächlich bereits im vergangenen Jahr gut ein Zehntel mehr Studienplätze geschaffen werden konnten, ist die Aufstockung um 800 Millionen Euro ein wichtiger Schritt, welcher unter Beweis stellt, dass Bildung die Schlüsselqualifikation für dringend notwendige gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung ist, wobei die Liberalen der notwendige Garant dafür sind“, so der Kommentar der LHG-Vorsitzenden, Roga Sahba Afradi, zu den Ergebnissen der Wissenschaftskonferenz.