Donnerstag, 4. Februar 2010

Broder in Bielefeld
Es schien am Anfang schon etwas vermessen. Die liberale Hochschulgruppe wollte eine Lesung an der Uni Bielefeld veranstalten. Unser Ziel war es den bekannten Publizist Henryk M. Broder an unsere Uni zu holen. Dass wir Liberalen dieses Ziel erreichen würden, glaubte anfangs kaum einer. Doch am 23.11.2009 war es so weit. Henryk M. Broder kam für eine Lesung in die ostwestfälische Metropole am Teutoburger Wald.
Die Veranstaltung begann ursprünglich mit dem Einlass um 19:15 Uhr. Doch schon eine Stunde vor Lesungsbeginn tauchten die ersten Interessenten auf. Bereits um 19:30 war der Hörsaal voll besetzt. Wer einen Sitzplatz ergatterte, konnte von Glück sprechen, während die restlichen Besucher standen oder sich auf die Treppen setzen. Mit soviel Ansturm hatte kaum einer gerechnet.
Kritik, Humor und vieles mehr
Die Lesung von Herrn Broder gestaltete sich recht amüsant. Nicht zuletzt aufgrund der humorvollen und direkten Art mit der er der Kritik begegnete. Hauptthema war die derzeitige deutsche Haltung in Form der schier unendlichen Toleranz. Besonders im Umgang mit anderen Kulturen und auch des scheinbar, gemäß Broders, unnötigen und überspitzten Zuvorkommens. Broder sprach sich gegen eine alles legitimierende Toleranz aus.
Die Stimmung war die meiste Zeit sehr heiter, auch wenn sich der kritische Autor zwischendurch auch die Bezeichnung des Hetzers gefallen lassen musste. Besonders von jungen Muslimen wurden viele kritische Nachfragen gestellt. Sie wehrten sich gegen einige seiner Aussagen und die Verallgemeinerungen durch die Medien. So äußerte sich eine junge Muslimin, dass sie ihr Kopftuch durchaus freiwillig tragen würde und sie niemand dazu zwingen würde. Broder und die junge Frau schlossen daraufhin vor dem erfreuten Publikum eine Wette darüber ab, ob sie ihr Kopftuch auch in fünf Jahren noch tragen wird.
So kritisch sich manche Besucher auch äußerten, Broder ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Insgesamt lies sich feststellen, dass die breite Masse an diesem Abend, wohl wissend, dass Herr Broder in Tradition an andere Autoren der Geschichte lediglich Probleme aufzeigen möchte und keine Lösungen anbieten will, ihm weitestgehend zustimmte. Dies wurde nicht zuletzt durch die zum Teil euphorischen Beifallsbekundungen deutlich.
Ein weiteres Erfolgsprojekt von der LHG
Was von diesem Abend bleibt, ist mehr als ein schönes Erinnerungsfoto und kurze Gespräche mit einem sehr sympathischen Autor. Vielmehr sind wir zur Erkenntnis gekommen, dass man auch als Hochschulgruppe mit wenigen Leuten eine große Veranstaltung auf die Beine stellen kann. Selbst wenn die Arbeit an manchen Tagen etwas anstrengend wird. Dennoch und nicht zuletzt aufgrund des immens hohen Einsatzes jedes Einzelnen konnte auch diese Veranstaltung erfolgreich mit der LHG, der Mithilfe einiger JuLis und der FDP Bielefeld gemeistert werden.
Die Veranstaltung sorgte nicht nur für gute Laune und der Erwähnung in den Medien. Vielmehr motivierte sie die Mitglieder der LHG weiterhin an größeren Veranstaltungen zu arbeiten und nicht nur eine kleine Hochschulgruppe zu sein. Auch Neumitglieder wurden so auf uns aufmerksam.
Insgesamt – ein großer Erfolg.

André Kolley & Sahba Afradi

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